Warum sollte die Freimaurerei (A.F.u.A.M.) reformiert werden? (Historie)


Die Geschichte der Freimaurerei (vereinfachte Darstellung)

Die heute bekannte spekulative Freimaurerei entstand im Laufe des 17. Jahrhundert aus den Bauhütten die es in jeder größeren Stadt gab. Diese Bauhütten wurden in der Regel immer zentral in einer Stadt und waren über die vielen Jahre der Bauzeit der großen Steinbauwerke wie Dome, Kirchen, Rathäuser, Stadtmauern etc. Heimat für Lehrlinge, Gesellen und Meister der verschiedenen an den Bauwerken beteiligten Zünfte.

Die wichtigste und sicher auch mächtigste in den Bauhütten vertretene Zunft bildeten die Steinmetze, die auch übergeordnet im Gegensatz zu den anderen Zünften in einer Bruderschaft organisiert waren. Sie hatte eine eigene Ordnung, eine eigene Rechtsprechung und einen in seinen Grundzügen demokratischen Aufbau.

Es war allgemein üblich, dass die Mitglieder dieser Bruderschaft, besonders die wandernden Gesellen,  auch weit über das Land zogen um sich dann wieder bei einem Bauwerk an dem ihre Arbeit benötigt wurde, nieder zu lassen. Von diesen Wanderungen brachten sie viele neue Erkenntnisse (auch Erkenntnisse, die nicht unbedingt mit ihrem Handwerk zu tun hatten) mit, die dann in ihrer Bruderschaft diskutiert und verbreitet wurden. Das machte diese Bauhütten so fortschrittlich für ihre Zeit.

Um sich nun in einer fremden Bauhütte als Zunftmitglied und mit seinen Wissensstand (Grad) ausweisen zu können, wurden damals geheime Zeichen, Wort und Griff wie sie noch heute in der Freimaurerei üblich sind, eingeführt.

Mehrere Artikel der Hüttenordnung verbieten ausdrücklich die Weitergabe von Hüttengebräuchen an Außenstehende. Das wesentliche Hüttengeheimnis war das Wissen um die Baukunst. Es durfte nur an Mitglieder der Steinmetzbruderschaft weitergegeben werden.

Durch die Hüttenordnung waren die Handwerker nur an den zu errichtenden Bau gebunden und hatten keinerlei Verpflichtungen gegenüber dem Gemeinwesen, woraus ihre gehobene Stellung zu anderen Handwerksbünden resultierte.

1707 wurde den Bauhütten bereits die eigene Gerichtsbarkeit untersagt.Ab dem 16. Jahrhundert gibt es Dokumente, die eine schleichendeVereinnahmung der Bauhütten durch die Zünfte belegen.

Faktisch endet die Zeit dieser Bauhütten 1731 mit ihrem endgültigen Verbot durch Kaiser Karl VI.

Fast zeitgleich wurde 1731 mit englischem Patent die erste spekulative Freimaurerloge auf deutschsprachigem Gebiet in Hamburg gegründet.

Was unterscheidet nun im Wesentlichen die Steinmetzbruderschaft von der spekulativen, modernen Freimaurerei?

Mitglieder der Steinmetzbruderschaft  bzw. der Bauhütte konnten nur freie Steinmetzen werden, die eine untadelige Lebensführung und eine anerkannte handwerkliche Ausbildung vorzuweisen hatten.

Mitglieder der spekulativen Maurerei konnten alle Männer mit einer untadeligen Lebensführung werden,  allerdings ohne Nachweis einer anerkannten handwerklichen Ausbildung.

Um in eine Freimaurerloge aufgenommen zu werden, musste man nicht adelig sein oder aus einem bestimmten Stand kommen. Als ausschlaggebend für die Aufnahme war die individuelle Eignung. Adel und Bürgertum begegneten sich auf gleicher Ebene, soziale Ungleichheiten zwischen den Ständen wurden dadurch abgebaut.

Die wahrscheinlich erste überlieferte Aufnahme eines „Angenommenen Maurers“ ist im Protokoll der Loge Mary′s Chapel von Edinburgh  im Januar des Jahres 1600 zu finden. John Boswell wird hier als non operative mason erwähnt.

Die Grade der Johannismaurerei sind eine historische Übernahme aus der Tradition der Werkmaurerei, aus der die (sogenannte spekulative, also moderne) Freimaurerei hervorgegangen ist.
 
Man kann es als bewiesen ansehen, dass die Mitglieder der alten Bruderschaft Zeichen Wort und Griff als Erkennungszeichen benutzten. Was sie sicher nicht hatten, war ein Tempel und sicher auch keine Rituale im heutigen Umfang. Die hatten sie auch nicht nötig, da sie ihre enge Verbundenheit durch die oft sehr gefährlichen, gemeinsamen Arbeiten in den Höhen der Dome erreichten. Jeder war auf den Anderen angewiesen - das Verbindet.

Nach Einführung der spekulativen Freimaurerei brauchte man, um die Verbundenheit aufrecht zu erhalten, Ersatz für diese Arbeit. Man erschuf die Werklehre und die daraus resultierende Arbeit im 1. Grad, dem Lehrlingsgrad dem jeder neu aufgenommene Bruder zuerst angehört.

Reform Freimaurer Historie

Man arbeitet nicht mehr an einem realen Gebäude sondern an dem symbolischen Gebäude, dem Tempel der Humantität der als Metapher füreine humane Gesellschaft zu betrachten ist. Auch werden natürlich nicht mehr Steine bearbeitet sondern nur noch der symbolische Rauhe Stein, der als Symbol für den Freimaurer selbst zu betrachten ist.

Intersessant ist die Tatsache, daß man offensichtlich das Bedürfnis hatte, das Brauchtum dieser hart arbeitenden Handwerkszunft zu erhalten. Es muss also auch für den Adel und das Bürgertum des frühen 17. Jahrhunderts äußerst interessante und erhaltenswerte Inhalte der Zunft gegeben haben. Rituale und Symbole waren es sicher nicht, sondern eher das große Wissen und die Möglichkeit in gedeckten Räumen darüber zu diskutieren. Wie esdie kleine Porzellanfigur rechts sicher andeuten möchte.
 
Ähnliche, manchmal etwas kitschich wirkende Porzellanfiguren, finden wir überall in unserem Bund. Wenn wir sie schon aufstellen, sollten wir uns auch der möglichen Aussagekraft klar sein!

Gemäß den alten Schriften waren die Rituale (die sich Anfangs nur auf den 1. Grad und in Schottland zusätzlich den 2.Grad beschränkten) am Anfang der modernen Freimaurerei recht einfach und die Symbolik noch nicht sehr reichhaltig. Die gesamte Symbolik der damaligen Logen orientierte sich vollkommen an der alten Steinmetz-Tradition. Die ursprünglichen Rituale sind auch äußerst karg und einfach gewesen; erst eine Generation später, ab der Mitte des 18. Jahrhunderts, ist das Bedürfnis nach Vergeistigung, d. h. Mystizismus und Illuminierung (Erleuchtung) aufgekommen. Dabei kam es geradezu zu einer Inflation der verschiedenen Freimaurerrichtungen und Gradsysteme. In selbiger Zeit ist auch der sehr mystifizierte 3. Grad (Meistergrad), wie wir ihn noch heute kennen, entstanden.

Auch etwa zur Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die „Strikte Observanz“, der strikte Gehorsam zu einem freimaurerischen Hochgradsystem. Freiherr von Hund, der Begründer der „Strikten Observanz“ führte diese auf die Tempelritter zurück und schuf damit die Legende einer Verbindung zwischen Freimaurern und Templern. Sein Nachfolger, der schwedische König Karl XIII., distanzierte sich allerdings wieder von dieser Legende.

Auch zu dieser Zeit waren zahlreiche Freimaurerlogen, darunter die Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ kurz "3wk" von den Gold und Rosenkreuzern unterwandert. Diese Mutterloge wurde zum Hauptsitz der Rosenkreuzer  in Deutschland. Nach einer Legende der Rosenkreuzer sei ihr Orden durch ägyptische „Ormusse“ oder „Licht-Weise“ in Schottland unter dem Namen „Bauleute des Ostens“ gegründet worden. Dieser Orden sei verschwunden und später durch Oliver Cromwell als „Freimaurerei“ wiedergeboren worden.

1776 wurde vom Philosophen und Kirchenrechtler Weishaupt und dem späteren Regierungspräsidenten der Pfalz Franz Xaver der Orden der Illuminati gegründet.

All diese, häufig durch den Adel und Intellektuelle initiierten Hochgrade, trugen im Wesentlich zu den Verschwörungstheorien, die sich um die Freimaurerei bis heute ranken, bei.

Nach und auch teilweise schon während diesem Zeitalter der freimaurerischen Verirrungen bildeten sich in Deutschland mehrere Großlogen heraus, die dann 1872 den Deutschen Großlogenbund gründeten, was dann auch schnell zum Ende der meisten Hochgradsysteme führte.

Die Freimaurer der Großloge der "Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland" (kurz A.F.u.A.M oder im Sprachgebrauch AFAM genannt) werden als humanitäre „Blaue Freimaurerlogen“ bezeichnet und haben, ein durchaus ausreichendes Gradsystem, das aus den 3 Graden Lehrling, Geselle und Meister besteht.

Die Großloge A.F.u.A.M basiert auf den Grundsätzen des Humanismus und der Aufklärung.

Zusätzlich zur "Blauen Maurerei" gibt es in Deutschland noch zwei erwähnenswerte Hochgradsysteme, die auch als „Rote Maurerei“ bezeichnet werden. Diese sind der York-Ritus mit seinen 13 Graden sowie der erst 1930 in Deutschland gegründete AASR, auch „Alter angenommene Schottische Ritus“ genannt, mit seinen 33 Graden.

Die Besonderheit des AASR liegt darin, dass er über das Konkordat vom 20.6.1963 mit AFAM/A.F.u.A.M. verbunden ist. Dies führt zu einer Mystifizierung und erheblichen Unklarheit der Lehre, was von etlichen Freimaurern der "Blauen Mauererei" abgelehnt wird und oft auch zu Irritationen in der Bruderschaft führt.



Thesen zur Reform der Freimaurerei (Seite: 1 von 3)

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