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Darf man mit Freimaurer - Kritik als Freimaurer an die Öffentlichkeit gehen?


(Beitrag vom 11.05.2011 korrigiert am 22.06.2017)

Nach Erscheinen dieser Webseite hagelte es innerhalb der Freimaurerei von vielen Seiten Kritik. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Inhalt gibt es von diesen Kritikern kaum, lediglich teilweise sogar sehr harsche Kritik über die Veröffentlichung der Themen.

Und das leider oft wie es Paul Valéry ausdrückt:

"Wer den Gedanken nicht angreifen kann, greift den Denkenden an."

Teilweise raten diese Brüder mir auch zu den "Irregulären" Freimaurern zu wechseln, ohne wirklich begriffen zu haben, was die Freimaurerei eint. Es ist der gemeinsame Gedanke, der gemeinsame Weg und das gemeinsames Ziel (auch das Ringen darum) und nicht ein bestimmtes Symbol oder rituelle Handlung. Rituelle Handlungen werden wohl gemeinsam ausgeführt aber von jedem Bruder wie auch die Symbole, anders und ganz privat empfunden.

Es gibt allerdings auch Brüder, die sich (meist im persönlichen Gespräch) die Thesen anhören, zustimmen, teilweise zustimmen oder zumindest nachdenkenswert finden. Tatsächlich sind einige Ausführungen auf dieser Webseite auf Grund der Anmerkungen/Kritik dieser Brüder hinzugefügt bzw. korrigiert worden.

Klar ist, in einem seit Jahrhunderten gewachsen Bund, sind die konservativen Kräfte sehr stark vertreten wenn nicht sogar übermächtig. Veränderungen sind kaum mehr möglich. Dies wird auch durch die Entscheidungsstrukturen in unserem Bund verhindert. Reformwünsche werden oft im Keim erstickt und von den Traditionalisten unter den Brüdern schnell mit "Was immer schon gut war muss auch so bleiben" abgetan ohne zu bedenken, dass wir mindestens in den letzten 100 Jahren kaum mehr etwas erreicht haben und der Bund mit enormen Mitgliederschwund zu kämpfen hat. Im frühen 18. Jahrhundert waren die Freimaurer ihrer Zeit weit vorraus, was man heute leider nicht mehr sagen kann. Dadurch fühlte ich mich wohlwissend der Problematik genötigt, den Weg über die Öffentlichkeit zu gehen - was mit der Veröffentlichung dieser Webseite geschehen ist.

Es gibt verschiedene Themenbereiche aus der Freimaurerei die, was Öffentlichkeit anbelangt, vollkommen unterschiedlich behandelt werden müssen.

  • Gespräche unter Brüdern sowie Namen sind absolut tabu sofern es nicht ausdrücklich vom jeweiligen Bruder erlaubt wird!

  • Zeichen, Wort und Griff (die Erkennungszeichen) unterliegen dem Arcanum und sind ebenfalls tabu.

  • Schwieriger wird es mit den Inhalten der Rituale.
    Hier kann es durchaus unterschiedliche Ansichten geben, die beide zu akzeptieren sind.
    Die Rituale unterliegen nicht dem Arcanum, sind deshalb auch nicht besonders geschützt. Es gibt Brüder, die reden mit Interessierten über deren Inhalte und versuchen, den Sinn zu erklären.
    Andere Brüder würden das nie tun, sie sind sogar der Meinung, dass sich der Bruder eines bestimmten Grades nicht mit dem Ritual des nächsten Grades beschäftigen soll, da ihm dann angeblich etwas in der Erfahrung des Rituals entgehen würde. Es sind meist die selben Brüder, die dann aber behaupten - "Ein Ritual kann man nicht beschreiben, das muss man erleben".

    Ich sehe das etwas lockerer und finde sogar, dass jeder Interessierte vorher wissen sollte, auf was er sich einlässt!
    Zumindest 3 der Rituale der "Blauen Freimaurerei" enthalten nichts, was man nicht auch in die Öffentlichkeit geben dürfte. Die Rituale des Lehrlings, des Gesellen und das Trauerritual sind sehr gut und verständlich auch Nichtfreimaurern gut zu erklären.
    Beim Ritual des Meisters wird es schon bedeutend schwieriger und das liegt nicht daran, dass es ein meisterliches Ritual ist. Die Dramaturgie sowie die Botschaft sind kaum vermittelbar und mit starken Tendenzen zur Abstrusität. Auch die sehr tief gehenden religiösen Aspekte dieses Rituals frinde ich sehr bedenklich. Ich bin nicht als junger Mensch aus der Kirche ausgetreten um jetzt ähnliche Gedanken und Rituale in der Freimaurerei zu erleben.

    Um eine möglichst geringe Angriffsfläche wegen angeblichen Geheimnisverrats innerhalb der Bruderschaft zu bieten, habe ich beschlossen, mich auf dieser Webseite über die Inhalte der Rituale sehr bedeckt zu halten und wenn notwendig, nur einzelne Wortphrasen hieraus zu benutzen.

  • Zu den Organisationsstrukturen des Bundes.
    Wie gesagt, Namen dürfen nicht genannt werden, eine öffentliche Nennung ist aber in manchen Punkten wie Vereinsgesetz, Webseitenimpressum der Logen etc. gesetzlich vorgeschrieben. Wer nun für ein entsprechendes Amt kandidiert, sollte sich klar darüber sein, dass er möglicherweise aus der Deckung geht!

    Die Freimaurerei hat sich als Ziel gesetzt, für eine humane Gesellschaft einzutreten.
    A.F.u.A.M. fühlt sich darüber hinaus auch noch der Aufklärung verpflichtet.

    Da wir sicher als Freimaurer auch mit gutem Beispiel voran gehen sollten, ist es selbstverständlich, dass wir die Organisationsstrukturen öffentlich machen müssen. Dies gilt insbesondere für die Verflechtungen von A.F.u.A.M. und dem Hochgrad AASR sowie der Art und Weise der verschiedenen Wahlprozederen und Entscheidungsprozesse. Obwohl innerhalb unseres Bundes die Demokratie hoch gelobt wird, kann man nicht verhehlen, daß der AASR eine nicht demokratische und von der Spitze her sehr gedeckte Ordensstruktur hat. Da die Brüder dieses Ordens sehr häufig hohe Ämter in der "Blauen Freimaurerei" bekleiden, ist auch hier zumindest von einer gewissen Einflussnahme auszugehen. Hier dürfen wir nichts zu verbergen haben, denn alles andere würde uns verdächtig machen!

    Was wir in der Öffentlichkeit nicht erklären können, dürfen wir auch nicht tun!

  • Zu den möglichen Fehlentwicklungen innerhalb der Freimaurerei.
    Auch in der Freimaurerei haben sich Menschen mit all ihren Fehlern und Vorzügen verbunden. Wir legen aber an uns einen gewissen Anspruch und dem sollten wir immer versuchen, gerecht zu werden. Auch über diese Themen sollte man unter Einhaltung der oben genannten Punkte in der Öffentlichkeit reden dürfen.

    Denn wenn wir es selbst nicht tun, wenn wir uns selbst nicht den Spiegel vorhalten wollen, tun es womöglich andere!


Für mich gilt folgende These:

Die Freimaurerei darf nicht versuchen, sich über (nicht vorhandene) Geheimnisse interessant zu machen, sondern ausschliesslich durch ihre Inhalte und ihr positives Wirken in der Gesellschaft!
Denn der freimaurerische Gedanke ist zeitlos und kann sicher dazu beitragen, eine humanere und gerechtere Gesellschaft zu erreichen.


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