Philosophische Betrachtung von Gott und der Welt


(Beitrag vom 31.01.2017 korrigiert am 22.06.2017)

Die Welt, der Mensch und seine Götter

Dieses Thema ist relativ simpel zu klären und doch so schwer zu lösen.

Das liegt daran, weil zwei Welten aufeinander prallen, der Glaube und das Wissen. Die alte, von alten Überlieferungen und von Dogmen behaftete und die neue Welt, die Welt der freien Gedanken.

Doch hoppla! - Wissen heißt nicht unbedingt Recht zu haben. Wissen heißt lediglich eine Theorie zu haben, die wissenschaftlich beweisbar oder wenigstens logisch schlüssig ist. Eine wissenschaftliche These schreit nach Gegenthese. Wissenschaft will Wissen schaffen und ist daher immer auf der Suche nach neueren Erkenntnissen. Nach Thesen, die bessere Argumente haben.

Glaube nennt sich etwas,

was man nicht belegen kann, lediglich zu glauben und es nicht zu wissen, das ist die Grundlage eines Glaubens. Hierfür meint der Gläubige, braucht es keine Argumente, es braucht auch keine Logik. Es ist halt überliefert und die Quellen hierfür spielen keine Rolle. Hauptsache, die Schriften sind heilig - Was auch immer das bedeuten mag. Häufig verlangen die Gläubigen von den Kritikern, dass sie ihnen die Beweise vom Gegenteil liefern müssten, was natürlich kaum möglich und auch unsinnig ist. 

Nun bin ich schon ein sicherlich extremer Kritiker in Glaubensfragen und wie ich meine, aus gutem Grund. Das war nicht immer so, es hat sich erst in den letzten Jahren und zwar hauptsächlich durch die Freimaurerei entwickelt.

Ich bemerkte eine deutliche Zunahme der Kirchenlobbyisten in Politik,

den Medien und anderen gesellschaftlichen Bereichen. Unterstützung bekommen sie sicherlich von den teilweise sehr extrem auftretenden muslimischen Verbänden mit ihren kaum endenden Forderungskatalogen. Sie quetschen die uns innewohnende Toleranz der freien Gesellschaft aus und ohne dass es wirklich bemerkt wird, verlieren wir die über Jahrhunderte erkämpfte Freiheit.

Viele Frauen,
die ansonsten auf ihre Rechte bestehen, setzen sich in den bekannten Parteien für die Religionsfreiheit der Anhänger des muslimischen Glaubens ein, ohne zu bemerken, dass sie damit den Frauen dieser Gemeinden und später vielleicht sich selbst oder ihren Töchtern einen Bärendienst erweisen. Sie vergessen offensichtlich, dass Religionsfreiheit auch das Recht „Frei von Religion“ zu sein impliziert.

Die dringend notwendige weitere Säkularisierung
unseres Staates tritt wieder in den Hintergrund. Gesetze, die die religiös begründete Beschneidung egalisieren, werden durchgepeitscht - viel schneller als jedes andere und sicher viel notwendigere Gesetz. Dabei ist es unabhängig, dass damit das Grundrecht auf Unversehrtheit des Körpers des betreffenden Knaben unwiederbringlich verloren geht. Dies sichert womöglich Wählerstimmen, im schwindenden Demokratieverständnis ganzer Bevölkerungsgruppen, offensichtlich eine Notwendigkeit.

Für mich ist jede Glaubensvorstellung mit einer Simplifizierung der Weltsicht gleichzusetzen.
Gott schuf das Universum und die Gesetzmäßigkeiten und das Leben wie wir es kennen. Man dankt ihm, wenn etwas gut läuft, wenn man einfach auch mal nur Glück gehabt hat. Doch was passiert in diesem Modell eigentlich, wenn etwas total aus dem Ruder läuft? Wenn Menschen verhungern, wenn Menschen in Kriege (auch Glaubenskriege) verwickelt werden und sterben - wer zeichnet sich dann verantwortlich?

Wer schuf eigentlich dieses, oft in höchstem Maße menschenverachtende und auf Gier aufgebaute neoliberale Wirtschaftssystem? War das auch Gott, oder womöglich nur der nach seinem Ebenbild geschaffene Mensch?

Wer ist eigentlich dieser rätselhafte Gott?
Ist das der, den die Christen sehen, oderist das der, der von den muslimischen oder jüdischen Menschen gesehen wird? Ist das etwa einer dieser tausend Götter des Hinduismus? Oder sind das alles nur Metapher für eine irgendwie geartete und kaum zu beschreibende fiktive höhere Instanz?

Wenn dem so ist, ist dies alles ein aus einem archaischen Weltbild entstandener Erklärungsversuch mit sehr rudimentären Grundlagen. Vernetzt mit sicherlich einhergehenden Machtgelüsten eine gute Möglichkeit, unwissende Menschen bei der Stange zu halten, sie der Obrigkeit zu unterstellen und in gewisser Weise auch hörig zu machen.
Auch ist es eine gute Möglichkeit, Menschen anderen Glaubens zu diffamieren und ggf. gegen sie zu Felde zu ziehen,angeblich im Auftrag des einzigen wahren Gottes.

Auch eines der großen Probleme dieser Glaubensvorstellungen
ist für mich dieser Schuld-Sühne Komplex der im Chrîstentum durch den Erlöserglauben weitestgehend abgelöst wurde. Hier ist gänzlich ungeklärt, was Sünde und vor allem Erbsünde eigentlich ist und ist dies eigentlich noch relevant, wenn man durch den Opfertod dieses Christus sowieso bereits entlastet wurde?

Dies sind alles Thesen, die spätestens im 21. Jahrhundert eigentlich nicht mehr haltbar sein sollten. Gerade, wenn man bedenkt, dass die Menschen je nach Glaubensrichtung gänzlich andere Grundlagen haben.

Die Freimaurerei
in ihrer Verzahnung zu diesen alten Glaubensvorstellungen versagt da meines Erachtens vollständig. Sie kann sich einfach nicht lösen und ich, wie etliche Brüder in meinem Umfeld, haben die Hoffnung für Erneuerung bereits aufgegeben.  Hier möchte ich nur an den Meistergrad, den "Großen Baumeister aller Welten", den Tempel als Bauhütte, den Altar als Reißbrett des Meisters, die Bibel als Zeichnung (Grundlage) für die humane Gesellschaft und viele andere vergleichbare Dinge erinnern.

Für mich ist es unglaublich, dass wir uns anmaßen, in der Tradition des Humanismus und vor allem der Aufklärung zu stehen.
Es kann sein, dass wir in den Zeiten der Aufklärung stehen geblieben sind - aber ist das tatsächlich sinnbringend in der heutigen Zeit?
In der Tradition stehend, heißt für mich, die fortschrittlichen Gedanken dieser Zeit weiter zu entwickeln und nicht in dieser Zeit verhaftet zu bleiben.

Man siehe hierzu meine Ausführungen für eine mögliche Freimaurerei der Zukunft.

Hier finde ich, hilft eine moderne, auf Wissenschaft basierende Weltsicht

durchaus weiter - Sie könnte die Menschheit einen und ein ganzes Stück in ihrer Entwicklung weiterbringen. Meines Erachtens ist solch ein Weltbild unabdingbare Grundlage für eine freie und moderne Zukunftsgesellschaft.

Klar ist, dass wir längst noch nicht alles wissen.
Nur nutzt es etwas, das fehlende Wissen durch Glaubensvorstellungen aufzufüllen? Ich denke nicht, denn das macht bequem. Wir sollten uns dieser Lücken bewusst sein und wissen,dass wir weiter lernen müssen - bis wir womöglich eines Tages diese Welt in Gänze verstehen können. Ich finde, im Vergleich zu den Zeiten des Entstehens der großen Religionen, verstehen wir schon sehr viel und da sollten wir weiter machen.

Wir sollten begreifen, dass wir nur ein Leben haben
und das der Sinn des Lebens im Leben selber liegt und nicht in einer Utopie auf die man nach seinem Ableben hoffen darf - auch wenn es manchmal sehr bequem ist und womöglich auch eine gewisse Art von Sicherheit vorgaukelt.

Das Leben kann so schön sein,
wenn wir es als etwas Unwiederbringliches verstehen lernen und es auch entsprechend einrichten und es schützen wo immer wir können. Wenn wir uns als eine Lebensform verstehen, die es auf diesem wunderbaren Planeten geschafft hat, sich selbst zu begreifen, seine Grenzen und auch seine Möglichkeiten zu erkennen. Wenn wir uns verantwortlich als die Bewahrer der Erfahrungen des Lebens dieser Erde fühlen können und es irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft auch nach Außen transportieren können.

Seit der Mondlandung Ende der 60’er Jahre sind wir in der Lage, uns ein Bild unseres Planeten von Außen zu machen, uns als dieses kleine Teil von diesem blauen Kleinod, dieser unglaublich schönen Natur, zu begreifen. Dieser Blick aus der gänzlich anderen Perspektive könnte uns die Augen öffnen, er könnte uns zurückführen in die Zeit unserer naturverbundenen Ahnen deren Wissen leider längst vergessen ist.

Leider haben wir kaum etwas daraus gelernt.
Auch der Blick nach draußen durch das Hubble-Weltraumteleskop zeigt uns seit1990, wie gewaltig, wie schön und auch gefährlich unsere Universum ist.

Denn eins ist sicher, diese Erde, so schön sie auch ist, ist sterblich und keiner weiß wann, aber mit absoluter Sicherheit ist sie zukünftig dem Untergang geweiht. Spätestens in 6 Milliarden Jahren wird die Sonne zu einem Roten Riesen werden und die Erde verschlingen, bevor sie sich zu einem Weißen Zwerg verwandelt.

Lange vorher werden die Temperaturen auf unserer Erde kein Leben mehr ermöglichen
,
was aber nur das absolut unumgängliche finale Szenario darstellt. Höchstwahrscheinlich wird lange vorher eine der vielen möglichen Katastrophen eintreten, die in der Lange sind, irdisches Leben auszulöschen wie Supervulkane, Kometeneinschläge oder Gammablitze, die beim Ausbruch einer Supernovaexplosion auf die Erde zielen.


Humanoide und künstliche Intelligenz

Denken wir ein wenig weiter.

Transhumanismus ist nicht mehr aufzuhalten und es wird sie geben, die Humanoiden, die uns unglaublich überlegen sind. Nicht nur körperlich sondern auch geistig werden diese künstlich geschaffenen Lebensformen uns unvorstellbar weit überlegen sein. Vermutlich werden sie in ihren„Gehirnen“ das Wissen der Menschheit gespeichert haben, werden in einem Bruchteil der uns bekannten Zeit in der Lage sein, dies alleszu lernen, nie vergessen und ich bin mir sicher, es ist nicht mehr allzu fern.

Wie sie Entscheidungen treffen?
Ja, da bin ich mir sehr sicher, diese Softwaregiganten wie Google und Facebook sammeln schon kräftig für genau diese Algorithmen der KI-Systeme (künstliche Intelligenz) das Wissen und die Verhaltensweisen von Menschen. Sie wissen, wie wir reagieren, sie wissen, was uns interessiert und was nicht - Sie wissen bereits heute sehr viel mehr von uns als wir selbst. Mit Grausen denke ich daran, dass sie auch bestimmte Freimaurerforen mit ihren Selbstdarstellern und persönlichen Angriffen in Facebook als Grundlage für die Betrachtungen des Menschseins sehen könnten.

Ich gebe zu, es macht mir Angst,
dass dieses Wissen in der Hand von wenigen globalen Konzernen liegt. Keiner weiß, wie es verwendet wird.

Isaac Asimov hatte in den 60’er Jahren einmal die Robotergesetze verfasst. Jede Entscheidung, die ein Roboter oder Humanoid trifft, muss bevor sie umgesetzt wird, erst durch diese Grundsätze geprüft werden.

    1. Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen.
    2. Ein Roboter ist verpflichtet, mit Menschen zusammenzuarbeiten, es sei denn, diese Zusammenarbeit stünde im Widerspruch zum Ersten Gesetz.
    3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange er dadurch nicht in einen Konflikt mit dem Ersten Gesetz gerät.
    4. Ein Roboter hat die Freiheit zu tun, was er will, es sei denn, er würde dadurch gegen das Erste, Zweite oder Dritte Gesetz verstoßen.
     

Man stelle sich einmal vor, auch Menschen müssten nach diesen Grundsätzen handeln, ihnen bliebe keine andere Möglichkeit - Ich schätze, vieles wäre besser auf unserer Welt.
Ich habe keine Ahnung, ob diese für KI-Systeme unveränderlichen Grundlagen reichen, uns und alles andere Leben zukünftig zu schützen,vermutlich nicht. Aber es ist schon einmal eine Grundlage.

Angenommen, diese Humanoiden gäbe es schon.
Wären wir bereit, sie als unsere Nachfahren, quasi als unsere Kinder zu sehen, mit allem, was dazu gehört?

Wo wäre dann eigentlich noch der Platz für einen dieser ominösen Götter?
Ach ja, ist natürlich klar - wir wären ja die Schöpfer dieser Spezies.

Zum 2. Teil des Artikels:
https://www.moderne-freimaurer.de/cms/NS_Von-Gott-und-der-Welt-Teil2.html




Als PDF-Datei anzeigen



Seite zurück