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Der „Raue Stein“ auf dem Weg zum symbolischen Bau


(Beitrag vom 31.10.2014 korrigiert am 15.08.2017)

Der „Raue Stein“ auf dem Weg zum symbolischen Bau - sofern dieser überhaupt noch als Ziel zu definieren ist.

 Wie ich zu nachfolgenden Gedanken kam:

Freimaurerei lebt in Allegorien, Symbolen und Metaphern also in Bildern und Handlungen, die eine bestimmte Botschaft beinhalten sollen. Das Problem hierbei ist jedoch der Gedankensprung vom Gesagten (Verbildlichten) zum Gemeinten. Da mag dann für die Freimaurerbrüder, die sich mit den Symbolen und Ritualen der Freimaurerei tiefer auseinander setzen wollen, schon ein gewisses Konfliktpotential verborgen sein. Einigen anderen Brüdern (vielleicht die Mehrheit) ist dies egal, weil sie sich nicht detailliert mit diesen Botschaften beschäftigen oder sich nur sehr oberflächlig nähern. Auch die Unterscheidung zwischen Allegorie, Symbol und Metapher ist schon relativ unscharf und oft für den Einzelnen nicht so klar zu definieren was dann natürlich auch zu Differenzen führen kann.

Als Beispiel sei der gBaW (Große Baumeister aller Welten) genannt. Dieser kann für den einen Bruder ein Symbol (Wahrzeichen) für einen Gott, für den Anderen als Metapher (übertragene Bedeutung) in Form von z.B. Gravitation als schöpferische Energie und für wiederum andere überhaupt nicht tragbar sein da er auch angebetet oder zumindest um Hilfe angerufen wird. Häufig führt genau das zu Auseinandersetzungen in der humanitären Freimaurerei (AFuAM) was sich dann in mehr oder weniger heftigen Streitgesprächen bei überregionalen Treffen wie z.B. dem QC-Treffen oder in den Logen zeigt. Und wie wie bei ALLEN Glaubensfragen es hat etwas Trennendes wenn man dies in Form von Symbolen, Begriffen und Handlungen einbettet.

Ganz schlimm wird dies oft in freimaurerischen Foren. Dort entwickeln sich diese Auseinandersetzungen manchmal zu regelrechten Glaubenskriegen die dann auch häufig bis zu persönlichen Angriffen ausufern. Eine Vorgehensweise, die jedem Freimaurerbruder normalerweise vollkommen fremd sein sollte. Meist wird auch nicht auf das eigentliche, womöglich strittige Thema oder These eingegangen, sondern gleich nahezu reflexartig alles abgewehrt was auf Veränderung hindeuten könnte. Es wird einem fehlende Ritualkenntnis und was das Allerschlimmste ist, Ritualunfähigkeit unterstellt.

Ritualunfähigkeit, was heißt das eigentlich?
Heißt das etwa dieses Unvermögen, sich vollkommen vom seinem Verstand loszusagen und jedwede Botschaft aus einem Ritual ungefiltert und ungeprüft direkt in seinem Bewusstsein wirken zu lassen? Das kann und darf es doch nicht sein. Auch eine Botschaft in einem Ritual, die etwas anderes meint als man selbst darunter versteht oder zu verstehen bereit ist, wirkt in ihrer ursprünglichen Bedeutung – ich vermute, man kann nichts dagegen tun.
Dies kann nicht die Lösung für im Geiste „Freie Männer“, die wir doch sein müssen, wenn wir in diesem Bund, einem Kind oder vielleicht sogar einem der Mitinitiatoren der Aufklärung des frühen 18. Jahrhunderts aufgenommen werden wollen.

Ein Thema, was mich noch sehr beschäftigt ist dieses für mich sehr merkwürdige Verhalten von nicht wenigen Brüdern. Sie geben dir in einem Vieraugengespräch zu einem bestimmten Thema Recht. Nachher in der Gruppe verweigern sie sich der Stellungnahme. Da wirken Kräfte, die ich noch nicht verstehe und zwar nicht nur in den Logen sondern auch in den Foren im Internet. Womöglich merken sie, wie auf Andersdenkende "eingedroschen" wird , wie sie persönlich angegriffen werden und dem möchten sie sich dann doch nicht aussetzen - Da bleibt man lieber in der Deckung was natürlich dann zu einer gänzlich falschen Analyse für den "freimaurerischen Mainstream" führt.

Nach ein paar Jahren Freimaurerei, initiiert durch die Verweigerung eines Lehrlings sich zum Gesellen befördert zu lassen und die nächtelangen Diskussionen mit ihm bewegten mich dazu, mir wirklich einmal tiefere Gedanken auch aus nicht gewünschter Richtung über diesen Bund zu machen. Dabei ist mir natürlich direkt diese von ihm auch angesprochene Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufgefallen. Einer seiner Kernsätze die sich bei mir sehr eingeprägt haben war:

„Schau mal Jürgen, ich sitze da als Lehrling mit meinen gerade mal 30 Jahren in dieser Runde von elitären, lang gedienten und meist auch hochbetagten Freimaurermeistern, die fast alle auch noch sämtliche Hochgrade erlebt haben, höre was sie reden und sehe wie sie sich verhalten. Da stelle ich mir dann bewusst die Frage, möchtest du nach vielen Jahren Freimaurerei auch da landen, wo sie sich entwicklungsmäßig in ihrer Egozentrierung heute befinden?“

Leider hat dieser Bruder nach einem weiteren Jahr gedeckt und mich hat dieses Erlebnis dazu bewegt mich eingehender auf "Problemsuche" zu machen.

Damit hier kein falscher Eindruck entsteht, ich habe auch wirklich wunderbare Menschen in diesem Bund kennengelernt. Menschen, die sehr herzlich und weltoffen sind und mit aller Kraft nach Wegen zu einer humanen Gesellschaft suchen - sie haben sicher den Gedanken der Freimaurerei verstanden.

Seit dieser Zeit beschäftigt mich die Frage danach warum es in unserem Bund so ist wie es ist. Woran liegt es eigentlich, daß viele Brüder ihr eigenes Ego in den Mittelpunkt stellen, das eigentliche Ziel den symbolischen Bau aus den Augen verloren haben. Heute bin ich mir sehr sicher, es liegt an der Unklarheit unseres Bundes in fast jeder Frage. Toleranz ohne Grenzen, den Fokus ausschließlich auf den Rauen Stein gelenkt, vollkommen unzeitgemäße Definition der Regularitäten. Das Ziel ist definiert, verschwimmt aber in der unklaren Lehre durch einem krampfhaften Festgehaltenen an längst verbrauchten Traditionen die mit Glaubensbestandteilen bespickt sind. In der Freimaurerei habe ich das Zitat von Thomas Morus gehört (Wurde oft mal in Zeichnungen verwendet):

"Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme" - Ich bin mir wirklich nicht sicher, ob wir das verstehen.

So habe ich mich in den letzten Jahren durch die Auseinandersetzung mit der Freimaurerei zu einem Atheisten entwickelt, bin vom evolutionären Humanismus überzeugt und da ich relativ tief in die Symbolik und Ritualistik der Freimaurerei eingetaucht bin, macht es mir diese Entwicklung dann natürlich manchmal sehr schwer. Mein Leben allerdings ist sehr viel leichter geworden seit dem ich bemüht bin, alles um mich herum mit meinem Verstand (gepaart natürlich mit Intuition) zu durchdringen und nichts mehr irgendwelchen Glaubensvorstellungen zu unterwerfen. Es gibt einem immer mehr Sicherheit und das obwohl man genau weiß, dass man noch nicht alles weiß, sehr wahrscheinlich auch niemals wissen wird. Dies nötigt mich aber nicht, mir ein Glaubenskonstrukt, egal in welcher Form, zuzulegen - Ich weiß es eben nicht und basta.

Wenn ich fordere, das die Freimaurerei von religiösen Bestandteilen befreit werden muss, hat man mir auch schon  "Du willst eine atheistische Freimaurerei" entgegen gehalten. Dies verstehe ich ganz und gar nicht. Wenn Glaubensvorstellungen angeblich keine Rolle spielen, wie kann es dann eine atheistische Freimaurerei geben, eine weltliche ja - aber das ist etwas ganz anderes. Ich selbst kenne zwei Brüder, die sehr religiös sind und sich auch stark in ihren Gemeinden engagieren und selbst die behaupten, das sie keine Religion in der Freimaurerei wollen. Die möchten ihren Glauben in ihren Gemeinden und Kirchen ausleben was ihnen sicherlich unbenommen ist, denn da gehört es hin.

Viele Brüder jedoch sind womöglich aus den Kirchen ausgetreten und suchen nun in der Freimaurerei ihre Art der Ersatzreligion. Man meint, sie brauchen halt einfach einen Glauben, auch wenn er in seiner Symbolik teilweise versteckt und krampfhaft umgedeutet wirken muss.

Ein im letzten Jahr von einem Mitglied der Großloge (AFuAM) gehaltener und sehr gut besuchter Vortrag mit dem Titel (frei aus der Erinnerung) „Dürfen wir uns eigentlich noch humanitäre Freimaurerei nennen?“ zeigt die Bedeutung dieses Problems sicherlich sehr gut auf. Es beruhigt mich ungemein, dass ich nicht nur allein dieses Problem sehe wie gern diskreditierend behauptet wird, sondern das es als ein ernsteres Problem in unserem Bund von vielen Brüdern auch ähnlich verstanden wird.

Neben dem merkwürdigen Konstrukt einer über einen Hochgradorden (AASR) tiefer verschworenen Bruderschaft innerhalb der eigentlichen Logenbruderschaft richtete ich meinen Fokus auf die Rituale. Dabei fiel mir natürlich sehr schnell auf, dass es etliche religiöse Begriffe, Symbole und auch Handlungen in den Ritualen gibt obwohl wir doch immer behaupten, die Freimaurerei ist keine Ersatzreligion was man u.A damit begründet, dass wir kein Heilsversprechen haben. Liest man allerdings die Texte (gerade die Ursprünge) aus dem Meisterritual einmal sehr aufmerksam durch, ist diese Behauptung nicht haltbar. Neben Bibel, dem gBaW, diesen Begriffen wie Tempel (für Bauhütte) und dem Altar (für Reißbrett) und etlichen anderen möchte ich nun auf den kubischen Stein als hochchristliches Symbol näher eingehen.

Die wesentliche „Allegorie“ in der Freimaurerei, sozusagen das Fundament, bietet die Entwicklung des „Rauen Steins“ und zwar nie zu vergessen auf dem Weg zum symbolischen Bau.
Hier ist zu betrachten, dass sich der Freimaurer selbst als „Rauen Stein“bezeichnet der irgendwie seinen Platz im symbolischen Bau als Metapher für eine humane Gesellschaft zu finden hat. Dieser symbolische Bau war für mich die Entscheidung mich dem Bund überhaupt anzuschließen das man dafür natürlich AUCH etwas an sich selbst tun muss (den Rauen Stein bearbeiten), war für mich natürlich selbstverständlich.

Zum kubischen Stein (Kubus)

Da die Freimaurerei sehr wahrscheinlich aus den alten Steinmetzbruderschaften entstanden ist, wurde daraus so wie es auch heute in Handwerken durchaus üblich ist, ein Ausbildungssystem Lehrling, Geselle und Meister (der erst später dazu kam) geschaffen. Die Arbeiten der Freimaurer beziehen sich in der Regel auf genau dieses Prinzip. Ein aufzunehmender Freimaurer wird zum Lehrling initiiert, dann zum Gesellen befördert und als Abschluss zum Meister befördert - nein, nicht befördert sondern seltsamerweise erhoben. Dieser Prozess, den man durchaus auch als persönlichen Entwicklungsprozess bezeichnen darf, findet in etwa 4 bis 5 Jahren statt was aber durchaus von Loge zu Loge unterschiedlich gehandhabt werden kann. Symbolisch betrachtet, beweist der Lehrling sowie der Geselle den Fortschritt seiner Entwicklung durch einen Gesellen- bzw. Meisterbauriss (Vortrag) den er der Bruderschaft beim bevorstehenden Ende seiner Lehrlings- bzw. Gesellenjahre vorträgt. Die Bruderschaft stimmt dann jeweils darüber ab, ob der Bruder nun in den nächst höheren Grad aufgenommen wird.

Die Aufnahme in diesen Grad geschieht dann wiederum über eine bestimmte rituelle Arbeit, die einen möglichst klar definierten Abschnitt am symbolischen Bau kennzeichnen soll. Um jetzt die eigentliche Botschaft auf dem freimaurerischen Weg aufzuzeigen, bedarf es natürlich zumindest in der Kernaussage zielgerichteter Rituale. Neben sehr vielen schönen und tiefgründigen Botschaften innerhalb der ersten beiden Rituale möchte ich mich hier nur auf den „Rauen Stein“ in seinen verschiedenen Formen beziehen.

Kubische Stein  Bei der Aufnahme findet man einen unbehauenen Stein auf dem ein Spitzhammer liegt. Dieser unbehauene Stein symbolisiert den Istzustand des aufzunehmenden Bruders auch das Ritual und einige Handlungen weisen auf dieses wirklich treffende Symbol hin. Der Spitzhammer mit dem der Lehrling fortan seinen unbehauenen Stein symbolisch bearbeiten soll, ist klar als das zentrale Werkzeug dieses Grades zu erkennen. Ich finde, es passt einfach.

Bei der Beförderung zum Gesellengrad erwartet man nun direkt am Eingang den „Erfolg“ seines Schaffens im Lehrlingsgrad zu finden nämlich einen weitestgehend behauenen Stein. Dem ist aber leider nicht so. Im Bruch zu jeder logischen Konsequenz findet man hier auf einmal eine Botschaft auf ein sehr fragwürdiges Symbol für die Zukunft also einen SOLLZUSTAND (für einen möglichst perfekten Menschen) und keinen ISTZUSTAND wie am Anfang des Lehrlingsgrads vor.

Fragwürdig ist dieses Symbol daher weil es schon wie oben angedeutet nicht mehr den Istzustand beschreibt sondern einen vollkommenen, perfekten Kubus (Würfel) darstellt und zwar in der Form das er nicht behauen sein kann sondern sich sogar in polierter Oberfläche präsentiert, durch seine Form für keinen Bau geeignet ist und somit womöglich eine ganz andere, aus der Chronologie des symbolischen Baus ausbrechende Bedeutung, haben muss.

Bleiben wir erst einmal beim symbolischen Bau. Irgendwie ist mir nicht klar, wie irgendwer aus dem Bauhandwerk auf die Idee kommen könnte, man könne ein Gebäude aus lauter Würfeln bauen. Betrachte ich diesen Kubus als Bestandteil des symbolischen Baus, bekomme ich ohne die Hintergründe zu verstehen zwangsläufig direkt Probleme. Diese Form verdeutlicht Gleichförmigkeit und eine polierte glatte Oberfläche – So möchte ich mich nicht sehen - auch nicht symbolisch. Weiter liegt auf diesem Kubus mit absolut glatten Oberflächen eine Kelle als das Werkzeug des Gesellen in Chronologie zum Spitzhammer des Lehrlings. Mit der Beschreibung der Funktion dieser Kelle um die Unebenheiten des Steins mit Mörtel (als Metapher für Menschenliebe) zu glätten. Unebenheiten des Steins, die gar nicht vorhanden sind? Wie soll das gehen und welchen Sinn bringt das?

Betrachtet man einmal die Geschichte der Freimaurerei im frühen 18. Jahrhunderts ist in allen Schriften noch vom behauenen Stein der von quaderförmiger Gestalt ist, die Rede. Also einem Stein, den sich jeder Bauhandwerker als Teil eines auch realen Baus vorstellen kann.

Br. Jan Snoek, Professor am Institut für Religionswissenschaft der Universität Heidelberg schreibt in seinem Buch „Einführung in die westliche Esoterik für Freimaurer“ folgendes:

"Im Prichard’s Masonry Dissected von 1730 finden wir den ‚Rough Ashler for the fellow-Craft to try their Jewels upon (den rauhen Baustein für die Gesellen, um ihre Werkzeuge zu testen)  und den Broach’d Thurnal for the Enter’d Prentice to learn to work upon"

(den grob behauenen Stein für den Lehrling, um zu lernen daran zu arbeiten)

Er schreibt weiter:
„Ein ‚Ashler’ ist jedenfalls länglich, so wie es für einen anständigen Baustein auch notwendig ist. Ähnlich wird im „La Reception Mystérieuse“ von 1738 vom rohen Hausstein der Gesellen gesprochen und im „Catechisme des Franc-Macon“ von 1744 vom kubischen Stein mit Spitze (an der Längsseite eine pyramidenförmiges Endstück) woran die Gesellen ihre Werkzeuge schärfen. In beiden Werken wird den Lehrlingen der rohe Stein zugeordnet.“

Das heißt also: Der Lehrling arbeitet am unbehauener Stein, der Geselle am rohen Stein, der wie ein Quader aussieht oder wie ein Quader mit einem pyramidenförmigen Endstück an der Längsseite. Aber keinesfalls ein „Kubus pur“ wie wir ihn leider im Gesellengrad meist vorgesetzt bekommen.  Warum sich der Rauhe Stein im Laufe der Zeit zu einem reinen Kubus, mit dem man nicht bauen könne, wandelte schreibt Snoek folgende Begründung: Um dem Stein die Bedeutung des „Stein der Weisen“ und dem „Eckstein“ zu geben und damit auf Christus hinzuweisen, der Symbol für einen besseren Menschen war – Christus als ideales Menschenbild was dann im 18. Grad unseres Hochgradsystems mit aufgeklappten Kreuz aus dem Kubus und aufgelegter Rose (Rosenkreuz) wieder verbildlicht wird.

Ähnlich sehen das auch Volker Ritters und Anna Mika  in „Meisterwerke – Mit der rituellen verborgenen Geometrie-Rekonstruiert aus Symbolen des Freimaurer-Ordens“:

„Aus freimaurerischer Sicht erhält die Einzuweihende in ihrem inneren Tempel durch das Suchen des Gottesworts auf der Reise durch Finsternis und Licht ihre Vervollkommnung als Tubus.“

(Mit Einzuweihende war hier Maria gemeint)


Schauen wir uns die Rituale von heute an, ist innerhalb des Rituals vom polierten Kubus, in der Einrichtungsbeschreibung für das Ritual sowie im allgemeinen Sprachgebrauch ist jedoch vom behauenen Stein die Rede. Irgendwie konnte man sich da wohl nicht richtig einigen. Wie ich jüngst hörte, gibt es Logen, die legen einen Kubus mit abgeschlagener Ecke auf. Da gibt es dann noch mehr Deutungsbedarf.

Schlussfolgerung:

Aus der Chronologie der 3 Grade, die auf den symbolischen Bau vorbereiten sollen, wäre meines Erachtens nur folgende Symbole für den "Rauhen Stein" möglich:

1. Grad der unbehauene Stein mit dem Spitzhammer

2. Grad der quaderförmige, weiterhin rauhe jedoch behauene Stein mit aufgelegter Kelle. Wobei dann auch der Mörtel (Als Symbol für Menschenliebe) wieder eine sinnvolle Bedeutung (ausgleichen der Unebenheiten) bekommen würde. Damit kann man dann auch (symbolische) Gebäude bauen was mit lauter Würfeln kaum möglich ist. Zudem kann der Kubus noch nicht lange Bestandteil des Rituals sein. In meiner Ritualbeschreibung von 1971 findet man ihn nicht.

3. Grad einen Schlussstein (Bogen oder Pyramide etc.) OHNE aufgelegtem Werkzeug was dann sehr gut verdeutlichen würde, das es jetzt um die Konstruktion des symbolischen Baus geht und damit der Rauhe Stein (Das EGO) nicht zu vergessen aber zumindest in den Hintergrund zu rücken hat.

Im Trauerritual der zerbrochene Stein, der ein sehr gutes Symbol an dieser Stelle darstellt.

Für mich ist es sehr befremdlich das nach Außen und Innen immer wieder proklamiert wird, die Freimaurerei ist KEINE Ersatzreligion. Warum beharrt man dann immer weiter an diesen nur aus den Religionen hervorgehenden Symbolen wobei der Kubus sicher noch ein kleines Beispiel dafür ist?
Man überbietet sich förmlich in Deutungsversuchen und nötigt Brüdern, die das ähnlich sehen Unmögliches ab. Auch der kubische Stein in seiner vollkommen unnützen Funktion für ein Bauwerk hat m.E. einzig die Funktion, das mit Sicht auf den symbolischen Bau absolut unverständliche Meisterritual zu rechtfertigen. Hieraus ist für mich auch zu erklären, warum sich in den Logen kaum mit der Gesellschaft (dem symbolischen Bau) beschäftigt wird und der "Rauhen Stein", also der Bruder an sich, zum Mittelpunkt allen Seins gemacht wird, was dann natürlich auch dieser EGO-Zentrierung mancher Brüder den Boden bereitet und sie sogar bekräftigt.

Die von mir vorgeschlagene Chronologie für den Rauhen Stein in seinen verschiedenen Formen bringen natürlich nur Sinn, wenn wir uns auch einmal tiefer mit dem Meistergrad beschäftigen.  Denn da spielt wider Erwarten der symbolische Bau als erklärtes eigentliches Ziel der Maurerei faktisch so gut wie keine Rolle mehr. Aber darauf komme ich demnächst mit einem neuen Beitrag nochmals detaillierter zu sprechen.

Es mag ja sein, dass ich das Ritual zu genau nehme aber eine Botschaft ist eine Botschaft und wenn sie falsch oder unlogisch ist, ist sie eben eine falsche Botschaft da gibt es auch nichts umzudeuten. Die kann man ändern man muss es nur wollen!

Zum passenden Thread (Diskussion) in Facebook hier.



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