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Freimaurerei - Zwischen deren Idealen und der Wirklichkeit


(Beitrag vom 27.10.2010 korrigiert am 12.09.2017)

In der Freimaurerei gibt es leider zu viele Diskrepanzen zwischen deren Idealen und der Realität. Dem gilt es entgegen zu wirken. Wir haben uns in den letzten 200 Jahren fast ausschließlich um uns selbst gekümmert "Arbeit an meinem Rauhen Stein" stand im Vordergrund manchmal sogar Verherrlichung des Kriegshandwerks wie die alten Feldlogen zeigten.

In persönlichen Gesprächen habe ich den Eindruck gewonnen, daß es etliche Brüder gibt, die ähnlich darüber denken aber sich, aus welchen Gründen auch immer, nicht aus der Deckung wagen. Speziell an die richtet sich diese Webseite und das geht dann nur Öffentlich.
Dies ist auch in den Logen zu beobachten: Es gibt oft eine große Diskrepanz der Meinung einzelner Brüder im Vieraugengespräch und in der Versammlung.

  • Haben Sie nicht auch schon von diesen berühmten Freimaurern der Vergangenheit gehört?
  • Haben Sie nicht auch schon gehört, dass Freimaurer die Väter der Aufklärung gewesen sein sollen?
  • Haben Sie nicht auch schon gehört, dass Freimaurer die großen Demokratien wie die Vereinigten Staaten von Amerika gegründet haben?
  • Haben Sie nicht auch schon gehört, dass Freimaurer Mitinitiatoren der franz. Revolution gewesen sein sollen?
  • Die Freimaurer haben auch wesentliche Teile der Freiheitsstatue von New York gestiftet

Heute leben wir in einer sich radikal ändernden Welt. Die Wirtschaftssysteme beherrschen die Menschen und die Politik. Man hat den Eindruck, daß der Mensch in diesem gewaltigen Strudel an Gier und Macht keine Rolle mehr spielt, er hat sich dem freien Spiel der Märkte unter zu ordnen. Auch dem Hunger, dem gewaltigen Artensterben und dem sich schnell ändernden Klima haben diese Systeme nichts entgegen zu setzen. Jeder 7. Mensch auf dieser Welt leidet an Hunger während wir, allein in unserem Land, jedes Jahr Nahrungsmittel im Werte von über 40 Milliarden EUR vernichten - und das bevor sie beim Verbraucher ankommen. Dies kann auf Dauer nicht gut gehen.

Wir brauchen eine Neuauflage der Aufklärung. Wir müssen unsere eingeschlagenen Wege überdenken und uns unserer Verantwortung für diesen sehr verletzlichen und einzigartigen Planeten bewusst werden.

Wenn wir wollen, dass die Freimaurerei ihrem eigentlichen Ziel (Dem Bau des "Tempels der Humanität") gerecht werden will, müssen wir aus dem Schlaf der Mystifizierung aufwachen. Wir müssen in unserem Bund täglich an diesem Ziel arbeiten, wir müssen uns mit dem "Tempel der Humanität" als Metapher für eine humane Gesellschaft beschäftigen, der "Tempel der Humanität" gehört in den Mittelpunkt unserer Arbeiten.

Nach meinen Untersuchungen macht dieses Thema höchstens 8% unserer Arbeit aus. In manchen Logen gibt es gar keine Beschäftigung mit diesem Thema.

Auch unser offizielles Sprachrohr, die Zeitschrift "Humanität" gibt das wahre Leben in der Freimaurerei wieder. Kaum Auseinandersetzung mit unseren eigentlichen Themen und Aufgaben. Inhaltlich oft auch an Peinlichkeit und Sinnlosigkeit nicht zu überbietende Selbstdarstellung einzelner Logen und Mitglieder.

Freimaurer sind auch global organisiert, wir werden unsere Welt sicher nicht ändern können, aber wir können versuchen, aufzuklären. Nur wenn wir die immer komplexer werdende, global verknüpfte  und gesellschaftssteuernden Wirtschaftssysteme verstehen, können wir versuchen, neue Wege zu ergründen. Dies wird sicher nicht ohne politische Diskussionen gehen, aber es muss ohne Parteipolitik zu machen, möglich sein.

Symbole, Rituale und selbst der eigene "Raue Stein" sind lediglich Werkzeuge auf dem Weg dort hin.

Die Freimaurerei der heutigen Zeit nimmt manchmal schon seltsame Wege ein. So sollte auf Beschluss unseres Logenvorstandes über jedem Artikel auf unserer Logenwebseite ein Text erscheinen, der den Leser darauf aufmerksam macht, daß der folgende Artikel nicht die Logenmeinung wiedergibt (die hat nämlich keine) sondern lediglich die Meinung eines Einzelnen ist. Man distanziert sich also erst einmal pauschal von der Meinung eines einzelnen Bruders - für mich eine katastrophale Entwicklung, die die perverse EGO-Zentrierung mit den zwangsläufig daher gehenden gesellschaftlichen Auflösungserscheinungen unserer Zeit widerspiegelt! Bei der Aufnahme eines neuen Bruders geht nicht nur der neue Bruder eine Verpflichtung gegenüber der Loge, sondern auch die Loge gegenüber dem neuen Bruders ein - Ich denke, dass hat man hierbei schlichtweg vergessen.
Nun kann man sagen, dies sind vereinzelte Meinungen oder nur auf eine Loge beschränkt. Nach meinen Erfahrungen denke ich aber - es ist nichtso.

Obwohl Burkhardt Gorissen in vielen seiner Thesen - was die innere Struktur der Freimaurerei anbelangt - Recht hatte, hat er m.E. zwei entscheidende Fehler gemacht.

1. Hat er große Teile der Rituale öffentlich gemacht
    (was mich persönlich nicht stört aber gegen unsere Grundsätze verstösst)

2. Hat er seine Thesen erst veröffentlicht, als er bei der Freimaurerei gedeckt hat.
    So liest sich das Buch teilweise wie eine "Abrechnung" mit der Freimaurerei.
    (für mich der eklatanteste Fehler)

Dies sind hoffentlich die einzigen Gründe, warum man sich innerhalb der Freimaurerei nicht wirklich mit diesem Buch auseinander setzt und in der Regel auch sofort abgewürgt wird, wenn man seine Thesen anspricht. Alles andere wäre fatal!

Für die Freimaurerei darf es keine Tabu-Themen geben. Sich selbst, der Loge, der Lehre und dem gesamten Bund muss man jederzeit den Spiegel vorhalten dürfen. Es ist sicher unbequem aber es ist unsere Verpflichtung uns Kritik und Selbstkritik jederzeit zu stellen und neuen Vorschlägen aufgeschlossen gegenüber zu stehen. Wenn wir dies nicht tun, dürfen wir uns auch nicht mehr mit den alten Vorbildern der Freimaurerei schmücken - denn die sind für deren Zeit neue und  außergewöhnliche Wege gegangen. Wir sollten begrüßen, dass sich unser Bund aus allen Bevölkerungsschichten mit unterschiedlichsten Meinungen und Erfahrungen zusammensetzt.

Machen wir uns auf den Weg wie es uns das Ritual zeigt
(für mich einer der Kernsätze der Freimaurerei)
:

"Geht nun zurück in die Welt, meine Brüder, und bewährt Euch als Freimaurer!
Wehret dem Unrecht, wo es sich zeigt, kehrt niemals der Not und dem Elend den Rücken, seid wachsam auf Euch selbst!"




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