Diese Website verwendet Cookies.

Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Weitere Informationen über Cookies finden sie in unserer Erklärung zum Datenschutz.

ZustimmenImpressumDatenschutz

Eine Lanze für einen Bruder


(Beitrag vom 16.03.2014 korrigiert am 22.06.2017)

Liebe Freimaurer,

Ich bin kein Freimaurer, aber dennoch Euer Bruder im Geiste.

Um ein Freimaurer zu werden, habe ich in 2013 bei elf Gelegenheiten einen  Gästeabend in verschiedenen Logen im Ruhrgebiet besucht und mir dabei selbst ein Bild gemacht, ob ich als 69jähriger noch Mitglied werden sollte. Mit vielen Brüdern habe ich interessante und intensive Gespräche geführt und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass Vorträge und Gespräche eine unsichtbare Barriere hatten, eine Begrenzung der Sicht von 1732 bis heute, aber keinen Schritt weiter, d.h. keine Perspektive wurde eröffnet.
Mir scheint die freimaurerische Situation als ziemlich festgefahren und eingezurrt in hemmende Bande zwischen Ritualen, Religion und Respektlosigkeit.

Die Rituale, von denen ich kaum etwas weiß, die aber im Netz nachzulesen sind, scheinen aus heutiger Sicht nicht mehr alle so aussagekräftig zu sein, wie das für einen jungen Bruder von 1800 oder 1900 einmal gewesen sein muss.

Die Religion ist die offen beschwiegene Macht, hinter der sich keiner hervorzutrauen scheint, da sie für erfolgreich in der Kindheit Indoktrinierte offensichtlich sakrosankt ist.

Die Respektlosigkeit zeigt sich für mich als Außenstehender dadurch, daß über bestimmte Dinge nicht geredet wird und dadurch meiner Ansicht nach die Attraktivität des Bundes leiden muss, die Zukunft des Bundes gefährdet sein wird. Weder werden heutzutage neue Dome gebaut, noch verbleibt das Wissen der Maurer im Geheimen. Das Wissen selbst wird zwangsläufig immer dürftiger.

Im Netz las ich einen Artikel eines Freimaurers, der stark in der Kritik zu stehen scheint. Ich entschloss mich, diesen Artikel in einzelnen Blocks anzusprechen und alles mit der Frage zu verbinden, was daran falsch ist, sein muss. Wenn Sie, liebe Brüder im Geiste ( denn als solchen kann ich mich durchaus bezeichnen), damit nicht einverstanden sind, dann bitte ich im Sinne der Freimaurerei um Kritik, welche auf die Argumente eingeht , aber nicht  um schlichte Kommentare mit dem Hinweis auf Intoleranz und Ignoranz.

In dem Artikel :
http://www.moderne-freimaurer.de/cms/NS_Durchgaengigkeit-der-Grade-Johannisfreimaurerei.html - im Internet zugänglich, - fragt  dieser Bruder zum Beispiel :

 " Wodurch soll sich der Freimaurer im Leben vor anderen Menschen auszeichnen? - Durch winkelrechte Lebensführung, von der Sklaverei der Vorurteile befreite Gedanken und echte Freundschaft zu seinen Brüdern."

Wenn dies Leitlinien sind, was ist dann daran verkehrt, wenn gelegentlich ein neues Nachdenken stattfindet, ob nicht alte Gewohnheiten oder Rituale neu überdacht werden sollten, um mit der Zeit zu gehen - soll heißen, sich auf neues Wissen einzustellen?

Dabei müssen bestehenswürdige Grundsätze keineswegs über den Haufen geworfen werden, aber meine von mir besuchten Ruhrgebiets-Logen  hätten mit mir einen neuen Bruder bekommen, wenn ich eine Spur dieser Tendenz entdeckt hätte. Was den Schwur auf den großen Baumeister mit der Hand über der Bibel anbelangte, zeigte man sich jedoch unbeweglich.

Alle, die dies von mir verlangen, kennen die Bibel nicht, in der auf eintausend Seiten viele Dinge stehen, die durchzuführen einen heute sofort vor den Staatsanwalt bringen können. Grundgesetz, Bürgerliche Gesetzbücher und demokratische Verfassungen sind weitaus geeigneter, eine Art Schwur in Empfang zu nehmen. Noch einmal gesagt: Wer die Bibel liebt, der kennt sie nicht! Er nimmt sich lediglich das Recht, sich beliebiges herauszusuchen.

Ich gehe jetzt zum vierten Absatz:

"Der Großteil der freimaurerischen Werte entstammt dem Zeitalter der Aufklärung. Diese Werte wurden als die fünf Grundpfeiler der Freimaurerei bezeichnet: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit (ich deute das eher als Menschlichkeit), Toleranz und Humanität."

Brüderlichkeit und Menschlichkeit sind unbestritten Grundpfeiler freier Beziehungen untereinander. Ob Muslim, Buddhist oder Freimaurer, jeder ist frei in seiner privaten Glaubensausübung. Sobald aber der Glaube institutionalisiert ist, werden dadurch auch andere betroffen, zum Beispiel der Steuerzahler für die Bischofsgehälter oder der Konfessionslose beim nachbarlichen Kirchengeläut. Toleranz kann ich vielleicht zugestehen, wenn mein Arbeitskollege der Meinung ist, seine Frau sei schön und seine Kinder klug, aber wenn er mir beim Bier seinen Rauch ins Gesicht bläst, ist Toleranz überstrapaziert. Wenn die Bibel von Völkermord, Landraub, Frauenfeindlichkeit und Steinigung spricht, dann kann auf solch ein Buch nicht geschworen werden, es sei denn, man möchte einen Schwur sowieso nicht so hoch bewerten. Die Gefahr, gerade bei Christen, ist wegen der Beichtmöglichkeit und der allgemeinen Ansicht eines menschlichen Sünderdaseins sehr hoch.

Ein Humanist muss sich von vornherein besser benehmen!
Ohne religiöse Ablassmöglichkeit!

Deshalb kann nicht von einem Erfolg gesprochen werden, wenn Freimaurer seit vielen Jahrzehnten am Tempel der Humanität bauen möchten.

Ich, der Außenstehende, habe im Jahre 2013 versucht, von einem der vielen Gesprächspartner einen Entwurf für die Zukunft der Humanität zu bekommen, es ist mir nicht geglückt, weil sich keiner aus der Deckung getraut hat. Nicht Einer!


"Aufklärung steht im alltäglichen Sprachgebrauch für das Bestreben, durch den Erwerb neuen Wissens Unklarheiten zu beseitigen, Fragen zu beantworten und Irrtümer zu beheben. " - so ist weiter zu lesen.
Was die Genesis anbelangt oder auch das unmittelbare Wort Gottes durch unseren Bruder Christus oder durch ein päpstliches Dogma wissen wir heute mehr als früher, also gilt es auch darauf zu reagieren und den Finger aus der Wunde zu nehmen und sie heilen zu lassen. Wer heute noch den gleichen Fehler macht wie das im II. Vatikanische Konzil geschah und die Bibel in beiden Teilen Wort für Wort gültig und als Wort Gottes zu glauben bezeichnet, ist hoffnungslos unglaubwürdig .


Weiter unten finde ich den Satz:

"Die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland ist mit ihren bald 10.000 Mitgliedern und 260 Logen die bedeutendste deutsche Großloge. Sie steht in der Tradition des Humanismus und der Aufklärung".

Gerade diese beiden Punkte sehe ich, sah ich in meinem " Freimaurerjahr" überhaupt nicht beachtet, sie wurden niemals angesprochen, was die Vorstellungen für die Zukunft anbelangt, sondern allenfalls durch Vorträge aus der Sicht der Spätantike thematisiert. Die beiden Worte Humanismus und Aufklärung wurden also nur in den Mund genommen - mehr nicht.

Humanität, und das macht die Aufklärung, gab es in unterschiedlicher Ausprägung in der Antike und in der Zeit der Aufklärung, die es nun zu vollenden gilt! Jeder Philosoph der Vergangenheit hatte in einem oder mehreren Punkten recht und wird in anderen Punkten heute nicht mehr beachtet, aber wir Heutigen müssen diese einzelnen wertvollen Punkte definieren und uns eine moderne Humanität stricken, die den Namen verdient und in der alles keinen Platz mehr finden kann, was nicht in die Menschenrechte passt, jegliche Diskriminierung eingeschlossen.

"Vorrang der Vernunft und der Menschenrechte vor religiöser Offenbarung
Vorrang der durch die Menschenrechte und auch des Grundgesetzes verbrieften Unversehrtheit des Körpers vor archaischen religiösen Riten.
" - so lautet der nächst mich interessierende Satz, wobei ich mit dem jeweils zuvor geschrieben Text einverstanden bin.

Zur Zeit der Beschneidungsdebatte just in diesen Monaten 2013 haben sich die Freimaurer äußerst bedeckt gehalten, vielleicht weil viel Mitglieder den mosaischen Glauben haben, vielleicht, weil sie dem Toleranzgedanken zuviel Bedeutung beimaßen.

Meine These zu diesem Thema: das Menschenrecht der körperlichen Unversehrtheit muss absolut Vorrang haben. Nur weil die Juden das schon fünftausend Jahren so praktizieren, wird es aus Sicht der Menschenrechte nicht richtiger, auch heute noch Jungen oder Mädchen genital zu verstümmeln und ihnen körperliche Schäden für den Rest ihres Lebens zuzumuten. Das Recht haben Rabbis nicht, solches von den Menschen zu verlangen, sie haben sich es einfach genommen! Wohl dem, der seine Kinder vor solchen Blutsaugern schützt!

Geschriebene und ungeschriebene Gesetze halten die Freimaurer ab, zu denken und zu handeln, aus bloßer Angst, anderen Brüdern im Ernstfall ihre Meinung oder ihr vages Gefühl argumentativ nicht richtig darstellen zu können. Als Ausweg wählen viele den Weg, den unbequemen Freimaurer-Bruder zu diskriminieren, auszuschließen, ihn bei anderen Brüdern schlecht zu machen, anstatt ernsthaft Argumente auszutauschen - der einzige  Weg, " an seinem rauhen Stein zu arbeiten".

Der nächste Satz:
..."Einen vollkommen säkularisierten Staat mit einer Demokratie, die auf der Trennung von Religion und Politik basiert. Leider sind wir in unserem Land noch weit davon entfernt."

Es ist immer bequemer, sich bei einem Bruder anzukuscheln, der der gleichen Meinung ist wie man selber, übrigens ein Grund, warum auch Kirche und Staat im Gleichschritt die Macht vorne anführen. Gleichheit und Brüderlichkeit bleiben dabei auf der Strecke!

"Pluralismus, womit die Koexistenz von verschiedenen Interessen und Lebensstilen in einer Gesellschaft gemeint ist (in diesem Beispiel z.B. homosexuelle Partnerschaften). Absolute Gleichstellung von Mann und Frau" ,

-was ist falsch daran, solches zu fordern? Aber bekanntermaßen sind in diesem Punkt noch viele Freimaurer nahezu religiös entschuldigt, denn die monotheistischen Religionen halten ebenfalls nichts von Gleichberechtigung.


Der Autor beschreibt im folgenden auch  die Art des Schaffens, nach der die freimaurerische Welt verändert werden könnte:

"Dies geschieht natürlich nicht durch Beten und abwartende Demut gegenüber einem jenseitigen Wesen sondern durch den Einsatz der gestalterischen Fähigkeiten des Menschen, den Bau des Tempels der Humanität voran zu treiben."

Dieser Meinung nach geschehen Veränderungen nicht durch Beten oder Rituale, sondern durch Ärmel-hochkrempeln! Daran sehe ich nichts Falsches und glaube, dass erfolgreicher am Tempel der Humanität gearbeitet werden kann, wenn beispielsweise europäische Hilfs-Truppen Richtung Ruanda beordert werden anstatt ruandische Priester zu unterstützen, welche vordergründig beten und auf der anderen Seite geholfen haben , Hutu-Angehörige umzubringen, was ihnen durch die Bibel quasi erlaubt war.

"Auch der Glaube an eine Unsterblichkeit der individualisierten Seele " - so schreibt der Autor weiter,

" -ist hier sicher nicht hilfreich. Für das Überleben der Menschheit, ja wahrscheinlich des gesamten Lebens auf unseren Planeten ist es unabdingbar, dass der Mensch begreift - wir haben nur dieses eine Leben. Wir dürfen unsere Hoffnung nur auf dieses Leben richten, darauf, dass wir unseren Stein so geformt haben, dass er einen festen und wichtigen Platz in diesem fiktiven Tempel der Humanität einnehmen kann."

Diese seine Ansicht ist dem Leben auf diesem Erdball sicherlich zuträglicher als die Meinung iranischer Extremisten, man dürfe mißliebige Länder per Atomschlag auslöschen. Humanität bedeutet nicht, strafbewehrte Gebote, wie sie in so genannten heiligen Büchern niedergelegt sind, zu beachten, bedeutet auch nicht, bloß Sprüche von Ethik und Moral loszulassen, sondern sie bedeutet, auf den Unterschied Fair-Unfair hinzuarbeiten: jede meiner Handlungen, gleich ob Maurer wie Sie oder Nicht-Freimaurer wie ich, muss auf Fairness überprüft werden, was mit Ethik in der Regel nichts zu tun hat, wird es in arabischen Ländern doch als ethisch einwandfrei betrachtet, einem homosexuellen Menschen sein Leben zu nehmen, um die Gesellschaft von solchem " Unrat" zu befreien. Es ist mehr als ethisch oder unethisch, es ist unfair, das höchste verlieren zu müssen, was man hat, nämlich sein einziges Leben, wenn religiös überzeugte Menschen der Meinung sind, man hätte ja noch ein ewiges Leben. Noch nicht einmal das gönnen sie jedoch dem Mitmenschen, sondern sind auch noch begeistert darüber, zu " wissen" , dass dieser in der Hölle schmoren wird, ewig, niemals aufhörend, wie es auch Benedikt XVI. bestärkt hat.
Auch dieser hatte sich seine große Autorität selbst geraubt! Sie steht ihm nicht zu.
Unverschämt kommt von " ohne Scham".

Im nächsten Absatz ruhen einige Möglichkeiten eines Mißverständnis begraben:     

"Bei der Aufnahme in den Bund wird man gefragt, ob man an eine höhere, schöpferische Kraft glaubt.
Bei meiner Aufnahme hatte ich mit dieser Frage keine Probleme und habe sie mit „Ja“ beantwortet, obwohl ich im Rückblick auf die damalige Situation und da ich mich damals mehr als Agnostiker gesehen habe, eher mit „Vielleicht“ hätte antworten müssen. Nach etwa 11 Jahren Freimaurerei würde ich diese Frage mit „Nein“ beantworten, denn meine Arbeit an dem „Rauhen Stein“ und dem bewussten „Schau um Dich“ führten mich genau zu diesen Erkenntnissen.
"

Eine " schöpferische Kraft" spüren wir Alle um uns herum,  nimmt man die Jahreszeiten im Kleinen oder gar die Evolution im Großen. Die Jahreszeiten werden ja von allen Brüdern noch verstanden, aber mit letzterem wird es schon problematischer! Welcher Stuhlmeister, ja welcher Geselle kann Evolution richtig beschreiben?

Dennoch ist es unwichtig, bis zum Anfang alleine unseres eigenen Universum zurückzudenken, geschweige zu den restlichen Universa, die es angeblich noch gibt. Die Wohnungsnot des Schöpfers ging von " hinter der nächsten Wolke" im Laufe der Zeit bis zu den Milliarden Universa, alles in allem kein Grund, sich darüber zu zerstreiten, obwohl bisher fast alle Kriege letztendlich um dieses Thema gegangen sind. Wann endlich hört dieser Unsinn auf?
Freimaurer sind dazu aufgerufen, hier weiterzudenken und beispielhaft voranzugehen! Weiterbildung auf diesem Gebiet ist wichtig, um die Kostbarkeit und Verletzlichkeit unserer Erde vollkommen zu begreifen.

Die nächsten Abschnitte sind für mich als Außenstehender absolute Selbstläufer. Sie lauten:

"Auch die „Vereinigten Grosslogen von Deutschland“ haben für mich etwas Befremdendes bekommen. Alle Grosslogen, die sich da aus Gründen der Anerkennung durch England zusammengeschlossen haben bezeichnen sich als Bruderschaft der Freimaurer. 
Hierzu gehört z.B. auch der Freimaurerorden, der sich ein Grundgesetz gegeben hat was sich vollkommen konträr zu meinem Weltbild und auch meinem freimaurerischen Verständnis verhält.
So heißt es hier u.A.:

„Wer in den Orden aufgenommen werden wünscht, muss sich zur alleinigen Lehre Jesus Christus bekennen, wie sie in der heiligen Schrift enthalten ist
“.

Für mich ist diese Aussage nicht tragbar und es stellt sich somit dann auch die Frage, wo ich dann meinen Platz in dieser Bruderschaft der Freimaurer finden kann. Dies gilt dann natürlich genauso für muslimische, buddhistische, jüdische oder atheistische Brüder. Hier entlarvt sich die konstitutionelle Freimaurerei.
Die humanitäre Freimaurerei nach meinem Sinn will Menschen bilden und um menschlich zu werden, bedarf es ausschließlich der Menschlichkeit. Alles Übernatürliche, Mystische oder gar Göttliche lenkt von dieser Aufgabe ab.
"

Wie können, so lautet meine These /Frage, nach Anerkennung aus England gierende Logen sich als Grundbedingung ganz Jesus Christus verschreiben? Wie die so genannte heilige Schrift im Ganzen anerkennen, samt allem unzeitgemäßem Schrifttum, welches durch Menschen dort hineingebracht worden ist? Ist es nicht eine Demütigung für alle denkenden Menschen, solche Abstrusitäten glauben zu müssen bei Androhung von Höllenqualen? Glücklicherweise nimmt der neue Papst nun Abstand von diesem Konstrukt letzter Strafandrohung, wie sie der letzte Papst jedoch noch voll bestätigt hat ( i.e. Die Hölle).

Und weiter:
"Auch heißt es in der Verfassung der Grossloge von A.F.u.A.M.:
Die Freimaurer sehen im Weltenbau, in allem Lebendigen und im sittlichen Bewusstsein des Menschen ein göttliches Wirken von Weisheit, Stärke und Schönheit. Dieses alles verehren sie unter dem Sinnbild des Großen Baumeisters aller Welten.


Es dürfte ein Leichtes sein, diese Formulierung einer an sich richtigen "Sache" zu ändern und heutigen Zeiten anzupassen. Zum Ausdruck kommt hier die Kleinheit des einzelnen Menschen im Hinblick auf die großartige Evolution, die wir erst beginnen, verstehen zu lernen.

Dies zu lehren sollte Bestandteil der Freimaurer-Ausbildung sein, macht uns das Verständnis dieser Vorgänge doch zum Besitzer eines Bewußtseins, wie es erst einige der heutigen Menschen haben, bei weitem nicht alle, denn dieses Bewußtsein ist von einer entsprechenden Bildung abhängig. Leider wird diese Bildung nicht vielen Menschen zuteil, ebenso nicht allen Maurern. Aber gerade diese haben aufgrund ihres eigenen Anspruchs das größte Recht und die größte Pflicht, sich entsprechend weiterzubilden.

Den Finger in diese Wunde gelegt zu haben, ist bis jetzt für mich "Suchenden" der größte Verdienst des Autors des Artikels, der hier besprochen wird ( siehe ganz oben ).

Es ist meine Entscheidung darüber zu sprechen, bekanntzugeben, wie ein Außenstehender darüber denkt, sozusagen die Essenz  aus einem Jahr Suche bei den Freimaurern, bei denen mich aktiv zu melden ich nicht gewagt  habe, weil noch keine Loge in dieser meiner Umgebung weit genug zu sein schien.

Freimaurerische Tugenden wie Toleranz, Respekt und Höflichkeit dem Bruder gegenüber sind gleichzeitig die Hinderungsgründe für den Fortgang der Entwicklung bei den Maurern unter Einschränkung der  Weltanschauungsfreiheit.

Nachfolgend steht in diesem Artikel "schwerer Tobak - harte Kost" , unverständlich und damit kränkend für alle, die noch keine Gelegenheit hatten, sich auf dem Gebiet der Kosmologie weiterzubilden, und damit Grund genug, alles zu überlesen.

Aber so gibt es keinen Fortschritt und kein Weiterarbeiten am rauhen Stein, der heute andere Werkzeuge benötigt als im achtzehnten Jahrhundert.
Der Autor schreibt:

"Wenn ich mich in unserer Welt umschaue, sehe ich leider nicht viel von der göttlichen Weisheit. Auch im Universum, hier gibt es Unmengen von  Sonnensystemen, die in Milliarden von Jahren kein Leben hervorbringen werden.

Sonnen, die von lebensfeindlichen Gasriesen oder mehrere hundert Grad heißen oder kalten Gesteinsplaneten umkreist werden.

Oder diese Galaxien, die aufeinanderprallen wie es unserer Milchstrasse mit der Andromeda-Galaxie in ein paar Milliarden Jahren ebenso droht.

Oder diese Pulsare (schnell rotierende Neutronensterne), die im Umkreis von Lichtjahren alles Leben auslöschen oder verhindern, dass überhaupt welches entsteht. 

Im Universum herrscht Chaos und Vernichtung. Chaotische Verhältnisse, die in unvorstellbaren Zeitspannen durch Wirkung der physikalischen Gesetzmäßigkeiten wie Gravitation leicht und meist nur vorübergehend gebändigt werden.

Neben Zerstörung gibt es auch Geburt, Geburt von neuen Sternen und auch Leben. Planvoll ist das aber sicher nicht. Das Leben entwickelt und vergeht im mörderischen Wettkampf gegeneinander und oft auch gegen die Naturgewalten.

Wo finde ich da das göttliche Wirken von Weisheit, Stärke und Schönheit?

Die einzige Wirkung, die ich erkenne, ist die Wirkung eines durch den möglicherweise aus sich selbst geborenen Urknalls entstandenen Evolutionsprozesses, der sich des Zufalls, einer schier unglaublichen Masse und für unser Verständnis fast unendlich viel Zeit bedient.

Dieser Evolutionsprozess, den ich gern in drei, manchmal selbstständig voneinander fortlaufenden Stufen unterteilen möchte, besteht aus den Evolutionsprozessen der Materie, des Lebens und des Geistes. Wir befinden uns im ersten Augenblick der Stufe der Entwicklung des Geistes und sollten unsere Aufgabe auch darin sehen, den in der Zukunft sicheren Untergang des Lebens auf unserem Planeten entgegen zu wirken. Mit anderen Worten „Dem göttlichen Wirken von Weisheit, Stärke und Schönheit“ den Kampf anzusagen.

Wenn wir wollen, dass die Freimaurerei ihrem eigentlichen Ziel (Dem Bau des "Tempels der Humanität") gerecht werden will, müssen wir aus dem Schlaf der Mystifizierung aufwachen. Wir müssen uns mit den Realitäten befassen. Will man einen symbolischen Tempel bauen, muss man den Bau verstehen lernen, man muss die Gesetzmäßigkeiten, die da wirken genau ergründen. Mit anderen Worten, wir müssen lernen unsere Gesellschaft zu verstehen. Oder man sagt sich ganz offiziell von dem Ziel eine humane Gesellschaft bauen zu wollen los.
"

Besser kann man es nicht ausdrücken. Und mit all dem beschäftigt sich die Freimaurerei gar nicht, abgesehen von der privaten Fortbildungsarbeit einzelner Brüder. Wenn die Freimaurerei aber den Anspruch behalten möchte, am Tempel der Humanität zu bauen, dann müssen auch die Stuhlmeister auf diesem Gebiet nicht als Analphabeten auftreten, man läßt ja auch nicht einen sechsjährigen Jungen ans Steuer eines Jumbos.

Die nun folgenden einzelnen Arbeiten und die klaren Aufgaben des Maurers sehe ich , ohne es besser zu wissen, so, wie es hier steht.

Über "Lehrlingsgrad" kommt der Autor zum "Gesellengrad" , bei dessen Beschreibung der Aufgaben ich allerdings ein mögliches Mißverständnis in der Herangehens- und Betrachtungsweise sehe. Es ist wohl müßig, sich darüber zu streiten, ob ein aus einem Stück Felsen gebrochener Stein kubisch genug ist, wenn er behauen wurde oder ob er unbedingt auch glatt sein muss, so dass man weder Kelle noch Mörtel braucht.

Offensichtlich versteht kaum ein Bruder die weiteren eingebauten und mystischen  Interpretationen zum "Kubischen Stein" , die sich irgendwo im -zigsten Grad der Freimaurerei verlieren, was mir Außenstehenden wie pure Bürokratie und Selbstbeweihräucherung vorkommt derer, die einen Grad erreicht haben, zweifellos eine weitere Kränkung für viele Betroffenen, zumal aus der Feder eines Suchenden, der sich hiermit zum Richter aufspielt...ich bitte, mich zu entschuldigen.

"Auch ein wesentliches Symbol (das mit den Stäben) wird leider immer wieder vergessen. Fast automatisch hört man von Brüdern. "Die Freimaurerei gibt es nicht - jeder Bruder kann sie so sehen, wie er will" oder "Aussen wirken kannst du nur allein und nicht wir gemeinsam".  Der Fokus wird von den meisten Brüdern grundsätzlich auf das Individuum gelenkt, was allerdings dann der Sinnhaftigkeit des genannten Symbols widerspricht."

-...kann vom Außenstehenden nicht verstanden und kommentiert werden...-

Dem Abschnitt bezüglich des Meistergrads kann von hier aus wenig kommentiert werden, nur einen Absatz möchte ich hiermit herausgreifen, den letzten Absatz:

"3. Auf der Reise das Thema "Tempel der Humanität". Hier steht unsere Erde als dieser wunderbare Organismus mit allen Bewohnern im Mittelpunkt. Wenn wir den Schutz dieses Planeten als unsere Aufgabe begreifen, wenn wir uns als Menschen unserer gemeinsamen Verantwortung bewusst werden, bindet das ungemein. Somit wären die 3 "Blauen Grade" eine schöne abgerundete Sache, die Aufgaben und das Ziel klar definiert - die "Hochgrade" wären in diesem Zweig der Maurerei überflüssig und keiner würde sie vermissen."

...Bestimmt ein Grund für Verstimmtheit unter denjenigen, die erstens davon betroffen und zweitens auch gleichzeitig die größten Nutznießer sind. Sollte dies der Grund sein, dass der Autor dieses Artikels heftigst bekämpft und diffamiert wird? Weil nicht sein kann was nicht sein darf?
Dann wird es Zeit, dass die Freimaurerei sich reformiert, um nicht auf ADAC-Niveau abzusinken.

Im weiteren beschäftigt sich der Autor mit der Freimaurerei und dem Tod, der Seele und der Vergänglichkeit. Und auch hier denke ich zuvorderst an die Wichtigkeit der Entwicklung des Bewußtseins und des Geistes, was Voraussetzung für die Freimaurerei des drittes Grades ( ich meine: des Meisters) sein muss.

Das große Wort vom "Tempel der Humanität " kann nur Wirklichkeit werden, wenn alle Menschen dieser Erde sicher sein können vor Diktatur und Unfreiheit, aber auch sicher in körperlicher Unversehrtheit. Monotheistische Religionen haben sich in den letzten Jahrhunderten selbst desavouiert und können nicht auf " Werte" pochen, die nicht von anderen und früheren Kulturen bereits gefunden und praktiziert worden wären.

Die Wissenschaft hingegen kann hinweisen auf Gefahren, welche dem Leben auf der Erde den Garaus machen können und werden, wenn wir nicht ein Bewußtsein entwickeln, welches in einem Tempel der Humanität ohne löchriges Dach untergebracht werden kann! Kein Islam und kein Christentum kann uns dabei helfen, sie hatten ihre Chance und haben bis heute nicht beweisen können, dass es ein friedliches Leben mit ihnen geben kann. Tausend Kriege, Millionen Tote, milliardenfache Feindschaft klagen an!

Als letztes nur noch eine Bemerkung: Der Traum des Autors, den Heimatplaneten möglichst lange vor kosmischen Katastrophen zu schützen, um genügend Zeit zu haben und nach Möglichkeiten zu sinnen, den Planeten, das Sonnensystem und später auch die Milchstraße verlassen zu können, kann sich die Menschheit getrost abschminken.

Der Grund liegt ganz einfach in den für uns unvorstellbar großen Dimensionen und Zeitläuften, welche für kleine Menschlein unüberwindbar sein werden.



Darf ich zum Schluß alle Freimaurer, welche bis hierher durchgehalten haben, um Kritik und Beiträge zu den meiner Ansicht nach großen Problemen bitten, welche die Freimaurer vor sich haben?
Obwohl selbst kein Freimaurer fühle ich mich durch die Erfahrungen des Jahres 2013 dieser Gemeinschaft doch sehr verbunden.



Dr. Berthold FRITZ
Tiergartenstrasse 25
47053 Duisburg
Tel. +49 203 667731
Doc@dr-b-fritz.de




Die Antwort eines Freimaurerbruders:

Sehr geehrter Herr Dr. Fritz,

Ihre Ausführungen in „Moderne Freimaurerei“   fand ich erfrischend und weitgehend zutreffend.
Immerhin waren Sie bei 11 Gästeabenden anwesend und konnten sich ein Bild machen wie Logen gegenwärtig  „Freimaurerei“ anbieten. Schade, dass die Logen nicht überzeugender und mehr angeboten haben, als von Ihnen wahrgenommen wurde.
Ich bin seit mehr als 50 Jahren Mitglied von Freimaurerlogen. Meine Beobachtungen vermitteln mir, dass in den Logen sehr viel mehr angeboten,  als auf den ersten Blick  offenbar  wahrgenommen wird,…..trotz der zweifelsfrei existierenden Unzulänglichkeiten zahlreicher Freimaurer und all ihrer menschlichen Schwächen und Unterschiedlichkeiten.
Aber, wenden wir uns einigen von Ihnen angesprochenen Kritikpunkten zu:

Religion:
Die reale Bibel ist tatsächlich nicht als Richtschnur zu empfehlen., ich teile diesbezüglich Ihre Meinung.   Nur, wenn man auf ein Druckwerk zurückgreifen will, welches dem Volksglauben entspricht (entsprochen hat) ,  dann stellt sich die Frage, welches Druckwerk ist so anerkannt?  Sie diente bis vor kurzem nach als Bestätigung bei der Eidesleistung vor Gericht.
Kennen Sie ein Werk, welches u.a. so viele positive Ziele reklamiert?
Die Mehrzahl der Freimaurer sind intellektuell bescheiden und werden sich nur allmählich an Neues gewöhnen.
Im übrigen: in meiner Loge liegt neben der Bibel ein  „Buch mit leeren weißen Seiten“ auf. Dies trifft es am Besten.

Die schöpferische Kraft:
Sie schreiben: „Eine schöpferische Kraft spüren wir all um uns herum.“
Die ist die Ahnung, die wir mit dem Symbol des „allmächtigen Baumeisters aller Welten“ verehren.  Was soll man sonst sagen?  Etwa „das Göttliche in uns“ ?
Auch intelligente Zeitgenossen sollten sich hüten, die eigene Auffassung über alles Andere zustellen.  Denn vor dem Hintergrund unserer heutigen Weltsicht, ist der Mensch unendlich KLEIN.

Zukunft:
Wenn ihre vielen Gesprächspartner („nicht Einer“)  keinen „Entwurf für die Zukunft“ aufzeigen konnten, so ist dies bedauerlich.  Viele Entwürfe für die Zukunft gründen auf den „Menschenrechten“,  an denen Freimaurer mitgewirkt haben. Aber selbstverständlich sind viele weitere Pläne und Projekte im Werden, und an manchen arbeiten Freimaurer mit (neben anderen Interessenvertretern).  Die Frage der „Beschneidung“ ist ein solches Thema.
Aber die Freimaurer, die daran mitwirken, werden dies nicht  „als Freimaurer“ tun, sondern engagieren sich  in entsprechenden Organisationen. Andererseits werden viele Freimaurer eine zielgerichtete Aktivität vermissen lassen.  Oft, weil sie sich nicht vordringlich für das Thema interessieren. Und natürlich gibt es auch die „Mitläufer“, die kaum etwas tun.

Brüderlichkeit:
Und natürlich haben Sie recht, wenn Sie schreiben „Brüderlichkeit und Menschlichkeit bleiben oft auf der Strecke“. Trotzdem gelingt es in vielen Fällen und bei manchen Projekten, Brüder zu finden, die sich beteiligen und mitmachen.

Zum Autor „Moderne Freimaurerei“:
Im Gegensatz  zu anderen Kulturen und Fällen wird der Autor „nicht auf das Heftigste bekämpft oder gar diffamiert. Er hat keine existentiellen Nachteile, sondern ist  Teil des Systems  „Freimaurerei“. 
Ich selbst habe zu dem Autor ein ausgesprochen enges, freundschaftliches Verhältnis.
Natürlich findet die Ansicht des Autors vielfachen Widerspruch, so z.B. teilweise auch bei mir..  Aber auch das ist Freimaurerei.


Der persönliche Einsatz:
Da wir uns noch nicht kennen, kurz zur Information. Ich habe meine Gedanken und Handlungen in Jahrzehnten politischer Tätigkeit für eine Partei, in einer Lehrtätigkeit im Rahmen der beruflichen Bildung, in einer Tätigkeit für meine Loge und im Rahmen privater Lebensführung in diesem Sinne geleistet, allerdings  nicht vorwiegend als Freimaurer sonder als Mensch.

Dieser Brief nur als kurze Resonanz auf Ihren  offenen Brief.

Herzliche Grüße
Manfred Kocks




Als PDF-Datei anzeigen



Seite zurück