Es ist an der Zeit - Antikriegslied von Hannes Wader


(Beitrag vom 15.07.2016)

Es ist an der Zeit - Antikriegslied von Hannes Wader

Im Moment sind die Säbelrassler an der Ostgrenze der Nato wieder aktiv. Man könnte leicht vermuten, die haben NICHTS gelernt.
Aber vermutlich sind die, die wir "Volksvertreter" nennen, nur abhängig von irgendwelchen Kräften, denn normalerweise kann kein Mensch in der heutigen Zeit auf Waffen setzen um Konflikte zu regeln. Dies gilt natürlich für beide Seiten. Nur der Dialog ist die richtige Wahl. Wir sollten uns auch einmal überlegen, ob nicht Russland auch eher zu Europa gehört als die USA, die sich seit den 60'er Jahren für mich fast nur als Kriegstreiber darstellt.

Mir wird einfach nur noch schlecht, wenn ich die Nachrichten verfolge.

Wie oft habe ich dieses Lied schon gehört - Ja, auch Dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heute immer noch tun 
- Es ist leider wahr und leider auch zeitlos!.

Der Liedermacher Hannes Wader bringt die Probleme in Form von Kriegen meines Erachtens am besten rüber.




Es ist an der Zeit

Weit in der Champagne im Mittsommergrün
Dort wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blüh'n
Da flüstern die Gräser und wiegen sich leicht
Im Wind, der sanft über das Gräberfeld streicht
Auf deinem Kreuz finde ich toter Soldat
Deinen Namen nicht, nur Ziffern und jemand hat
Die Zahl neunzehnhundertundsechzehn gemalt
Und du warst nicht einmal neunzehn Jahre alt

Ja, auch Dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heute immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben:
Deine Kraft, Deine Jugend, Dein Leben


Hast du, toter Soldat, mal ein Mädchen geliebt?
Sicher nicht, denn nur dort, wo es Frieden gibt
Können Zärtlichkeit und Vertrauen gedei'n
Warst Soldat, um zu sterben, nicht um jung zu sein
Vielleicht dachtest du Dir, ich falle schon bald
Nehme mir mein Vergnügen, wie es kommt, mit Gewalt
Dazu warst du entschlossen, hast dich aber dann
Vor dir selber geschämt und es doch nie getan

Ja, auch Dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heute immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben:
Deine Kraft, Deine Jugend, Dein Leben

Soldat, gingst du gläubig und gern in des Tod?
Oder hast zu verzweifelt, verbittert, verroht

Deinen wirklichen Feind nicht erkannt bis zum Schluß?
Ich hoffe, es traf dich ein sauberer Schuß?
Oder hat ein Geschoß Dir die Glieder zerfetzt
Hast du nach deiner Mutter geschrien bis zuletzt
Bist Du auf Deinen Beinstümpfen weitergerannt
Und dein Grab, birgt es mehr als ein Bein, eine Hand?

Ja, auch Dich haben sie schon genauso belogen
So wie sie es mit uns heute immer noch tun
Und du hast ihnen alles gegeben:
Deine Kraft, Deine Jugend, Dein Leben

Es blieb nur das Kreuz als die einzige Spur
Von deinem Leben, doch hör' meinen Schwur
Für den Frieden zu kämpfen und wachsam zu sein:
Fällt die Menschheit noch einmal auf Lügen herein
Dann kann es gescheh'n, daß bald niemand mehr lebt
Niemand, der die Milliarden von Toten begräbt
Doch finden sich mehr und mehr Menschen bereit
Diesen Krieg zu verhindern, es ist an der Zeit




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