Diese Website verwendet Cookies.

Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Weitere Informationen über Cookies finden sie in unserer Erklärung zum Datenschutz.

ZustimmenImpressumDatenschutz

Lexikon > Begriffe und Symbole der Freimaurer > Alten Pflichten als freimaurererische Grundordnung



Alten Pflichten als freimaurererische Grundordnung


Die Freimaurerei fühlt sich noch immer den "Alten Pflichten" von 1723 verpflichtet.

Hier zeigt sich die Unbeweglichkeit der Freimaurerei von heute. Wie kann man sich einem "Gesetz" von 1723 noch nach fast 300 Jahren verpflichtet fühlen? Sicher, es kann Artikel geben, die auch heute noch bindend sein können - aber ein ganzes "Gesetz" ?

Als Beispiel (Auszug):

II. Von der obersten und den nachgeordneten staatlichen Behörden

Der Maurer ist ein friedliebender Bürger des Staates, wo er auch wohne oder arbeite. Er darf sich nie in einen Aufstand oder eine Verschwörung gegen den Frieden oder das Wohl seiner Nation verwickeln lassen und sich auch nicht pflichtwidrig gegenüber nachgeordneten Behörden verhalten. Denn da die Maurerei durch Kriege, Blutvergießen und Aufruhr schon immer Schaden erlitten hat, so hatten in alten Zeiten Könige und Fürsten die Bruderschaft stets wegen ihrer Friedensliebe und ihrer Treue zum Staat gefördert. Damit begegneten sie den Verleumdungen der Gegner und stellten sich schützend vor die Ehre der Bruderschaft, die sich gerade in Zeiten des Friedens besonders entfalten konnte. Sollte nun ein Bruder zum Rebellen gegen die Staatsgewalt werden, so darf man ihn in seiner aufrührerischen Haltung nicht bestärken, wie sehr man ihn auch als einen unglücklichen Mann bemitleiden mag. Obwohl die Bruderschaft in Treue zum Gesetz seine Empörung ablehnen soll und muß und der bestehenden Regierung keinen Anlass und Grund zu politischer Verdächtigung geben darf, kann sie ihn, wenn er keines anderen Verbrechens überführt ist, nicht aus der Loge ausschließen; seine Bindung an sie bleibt unauflöslich.

Ich habe die für mich denkwürdigen Bereiche kursiv gekennzeichnet. Eigentlich hätte ich den gesamten Absatz kursiv darstellen müssen. Aber bilden Sie sich selbst ein Urteil, lesen Sie den Text ganz bewusst mit Ihrem Herzen.

Einen Absatz möchte ich aber besonders hervorheben:

".....Denn da die Maurerei durch Kriege, Blutvergießen und Aufruhr schon immer Schaden erlitten hat, so hatten in alten Zeiten Könige und Fürsten die Bruderschaft stets wegen ihrer Friedensliebe und ihrer Treue zum Staat gefördert......"

  • Sind wir nun Duckmäuser oder hatten sich unsere Altvorderen für die Ziele der Aufklärung eingesetzt?
  • Hat nur die Maurerei durch Blutvergießen Schaden erlitten oder waren es die gesamten Völker?
  • Heißt das etwa, daß sich die Maurerei hinter jedes Regime stellen muss, nur um Schaden von sich selbst abzuwenden?
  • Definiert sich die Freimaurerei hier zum reinen Selbstzweck?


Interessant sind in dieser Hinsicht die "Neuen Pflichten" der Unabhängigen Freimaurerloge Wien aus dem Jahre 1974. Hier als PDF-Datei


Seite zurück